Trinkgeld auf Sri Lanka

Trinkgeld auf Sri Lanka

Trinkgelder sind auf Sri Lanka nicht vorgeschrieben, werden aber generell erwartet. Solltest Du jedoch einmal wirklich Grund zur Unzufriedenheit haben, dann steht es Dir natürlich frei, überhaupt kein Trinkgeld zu geben. Denke aber auch dann daran, dass das Gehalt deutlich niedriger ist als wir es uns vorstellen können und nicht immer der „kleine Mann am Tisch“ dafür verantwortlich, wenn das Gesamterlebnis getrübt wird.

Das Einkommen Einheimischer:

Ohne an dieser Stelle zu explizit darauf einzugehen, aber hier kurz ein paar Durchschnitts-Gehälter: Der Verkäufer im Supermarkt erhält rund zwei Euro am Tag, eine Teepflückerin ca. vier Euro. Beamte kommen auf sechs Euro und ein leitender Angestellter einer Bank kann jeden Tag um die 10€ sein durchschnittliches Gehalt nennen. Der Kellner eines Restaurants, mit überwiegend westlichen Gästen, verdient im Schnitt drei bis neun Euro am Tag und ist deshalb auch dann dankbar für ein kleines Trinkgeld, selbst wenn nicht alles perfekt war.

Extra-Charges…

Bevor wir aber zu genauen Zahlen das Trinkgeld betreffend kommen, sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass Menschen mit weißer Haut und vor allem Touristen ohnehin deutlich höhere Preise bezahlen. Dies wird als „Extracharge“ weder unmoralisch noch als rassistisch betrachtet und begegnet einem wirklich überall (außer in offiziellen Einrichtungen wie Banken und Regierungseinrichtungen oder bei ausgewiesenen Preisen z.B. in Restaurants). Wer hier also nicht handeln kann oder einen Preis vereinbart bevor er ein Produkt oder eine Dienstleistung annimmt, der kann sich sicher sein, ohnehin bereits einen saftigen Aufpreis zu bezahlen. Wenn wir uns das oben abgesprochene Einkommensgefälle aber anschauen, so sollte man zumindest bei moderaten Extracharges ein Auge zu drücken und kommentarlos bezahlen. Ich habe mir angewöhnt (nicht nur auf Sri Lanka) mich selbst zu fragen, was mir etwas wert ist bevor auch nur ein Preis aufgerufen wird. In aller Regel wird dann vom Verkäufer weniger verlangt und ich bezahle. Sicher hat er dabei ein gutes Geschäft gemacht und ich bin trotzdem noch zufrieden, hätte ich der Sache oder dem Service doch wahrscheinlich einen höheren Wert zugemessen. Win-Win-Situation.

Handeln auf Sri Lanka

Natürlich gibt es auch Orte und Situationen, in denen das Handeln erwartet wird (beispielsweise ein Bazar im Orient). Doch auf Sri Lanka wird es zumindest nicht generell erwartet. Lediglich bei fliegenden Händlern verhandle ich hier über den Preis, wenngleich Duneeshya stets einen zu viel bekommt, weil ich ihrer Aussage nach ständig zu viel bezahle. Das liegt aber eher an der Extracharge für Weiße als daran, dass man mich ständig böswillig betrügen würde. Bleib einfach menschlich und fair und verzichte darauf, überall Betrug zu wittern. Dann bleibt Dein Urlaubsvergnügen ungetrübt und Du kommst trotzdem noch günstig genug über die Insel.

Weitere Besonderheiten:

Auch gehören Erinnerungslücken durchaus zum normalen Geschäftsgebaren und so wird auch schon einmal hinterher der doppelte und dreifache Preis von dem aufgerufen, was ursprünglich vereinbart wurde. Das solltest Du natürlich nicht akzeptieren und den Verkäufer ganz klar auf sein ursprüngliches Angebot festnageln.

Und schließlich kommt es häufig auch zu Forderungen für Dienstleistungen, die in Wirklichkeit inklusive sind. So verlangt der Fahrer beispielsweise die Gebühr für den Highway vom Fahrgast obwohl der komplette Transfer (und zwar inklusive Maut) vom Reiseveranstalter als Pauschalpaket verkauft wurde. Oder der Bootsverleiher bittet um 1000 Rupees obwohl es für die Hotelgäste gratis und im Zimmerpreis inbegriffen ist. Trotz aller Fairness und Menschlichkeit und ungeachtet des Einkommensgefälles: Lass Dir kein X für ein O vormachen! Wenn es Dir komisch erscheint, dass Du erneut zur Kasse gebeten wirst, dann liegt Dein Bauchgefühl in den meisten Fällen richtig…

Trinkgeld auf Sri Lanka

Nehmen wir aber an, Du bist bis zum eigentlichen Bezahlen noch nicht zur Kasse gebeten und ausgenommen worden wie eine Weihnachtsgans. Und lass uns weiter annehmen, der Service war super und Du möchtest ein angemessenes Trinkgeld geben. Wie viel Trinkgeld zahlt man auf Sri Lanka?

Angemessen sind 10 bis 20 Prozent der Rechnung. Diese wird grade beim Essen und Trinken ohnehin recht niedrig ausfallen und wenn Du beispielsweise 850 Rupees bezahlen sollst, dann ist es weder zu viel noch zu wenig, wenn Du auf 1000 Rupees aufrundest. Selbst wenn der Betrag deutlich niedriger ist, so werden dennoch wenigstens 100 Rupees als Trinkgeld auf Sri Lanka erwartet.

Wann ist kein Trinkgeld angemessen?

Nur wenn Du einen triftigen Grund hast, wirklich unzufrieden und verärgert zu sein, ist es in Ordnung überhaupt kein Trinkgeld zu bezahlen. Fährt der Tuk-Tuk-Fahrer beispielsweise eine halbe Stunde mit Dir kreuz und Quer durch Colombo, obwohl Dein Ziel auch fußläufig zu erreichen gewesen wäre, dann sag ihm auch das und weshalb Du unzufrieden bist. Dieser wird dann zwar mit Dir zu diskutieren beginnen oder so tun als ob er Dich nicht versteht um dennoch auf ein saftiges Trinkgeld zu bestehen, doch hier solltest Du eisern bleiben und ggf. mit der Polizei drohen, falls er aufdringlich wird.

Noch ein kleiner Tipp zu genau solchen Maschen: Schau Dir vor Fahrtantritt innerhalb größerer Städte Deinen Standpunkt und Dein Ziel auf Google-Maps an und lasse dieses während der Fahrt offen. So kannst Du genau sehen, wenn er mit Dir eine ungewollte Stadtführung veranstaltet.

Fazit:

Die generelle Faustregel für Trinkgeld auf Sri Lanka lautet:

10 – 20% des Rechnungsbetrages, mindestens aber 100 Rupees.

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