Nicht Pauschal-Reisender und nicht Sex-Tourist

Nicht Pauschal-Reisender und nicht Sex-Tourist

Viele deutsche Sri-Lanka-Reisende kennen das Hotel Ranweli, im Grunde eine sehr schöne Location, wenn man nichts allzu authentisches sucht. Und ausnahmslos jeder davon kennt Anthony, einen Mann mit dauerhaftem, leicht aufgesetzten Grinsen, welches seine schiefen Zähne kaum zu überdecken vermag. Wie ein kleiner Ober-Lude stolziert er tagsüber durch das Gelände des Ressorts und quatscht jeden Neuankömmling garantiert schon am ersten Tag an, um Ausflüge feilzubieten oder zumindest in seine Kneipe direkt gegenüber des Landungsstegs der Anlage einzuladen.

Anthony und seine „Familie“…

Das köstliche Essen, welches Anthonys Frau stets frisch zubereitet.

Im Grunde ist Anthony ein netter Kerl, spricht sogar ein recht akzeptables Deutsch und seine Frau kocht einfach himmlisch. Doch ebenso ist er ein echter Geschäftsmann und ein wahres Schlitzohr. Das Bier (und auch alle anderen gastronomischen Angebote) bekommt man bei ihm, verglichen mit den Preisen im Hotel, sicher zum halben Preis, wenn nicht gar noch günstiger. Von Ayurveda-Anwendungen und kosmetischen Behandlungen über mehrtägige Ausflüge bis hin zu Bootstouren kann er einfach alles organisieren. Selbstverständlich macht er dabei immer noch einen mächtigen Reibach und auch ausgefallene Sonderwünsche erfüllen er und seine Crew gerne jeder Zeit und mit dem immer gleichen, fröhlichen Gesichtsausdruck.

Das Hotel Ranweli

Im Grunde ist das Ranweli eine traumhaft schöne Anlage. Leider hat sich im Vergleich zu meinem ersten Aufenthalt das Management geändert, welches dem Gesamterlebnis einiges genommen hat. Gab es früher noch traditionelle Events am Abend, beispielsweise Feuer-Akrobatik, Trommler oder Tänzer, so beschränkt man sich inzwischen lediglich auf Saxophon- oder Gitarrenspieler die das Abendessen untermalen sollen. Aufgrund ihrer unterirdischen Beherrschung ihrer Instrumente belasten sie das kulinarische Angebot allerdings eher. Vor dem Wechsel des Managements gab es immer wieder mal eine Art Handwerksmarkt, auf dem man Holzschnitzern und Einheimischen beim Anfertigen kunstvoller Batiken über die Schultern sehen konnte oder eine kleine Lektion in der landestypischen Kochkunst erhielt. All das gibt es leider nicht mehr und so bemerkt man kaum noch, dass man sich auf Sri Lanka befindet. Man könnte ebenso irgendwo am Mittelmeer sein. Die Freundlichkeit des „einfachen Mitarbeiters“ und die atemberaubende Schönheit der Anlage ist jedoch nach wie vor unbestreitbar, was den Aufenthalt trotz der Einsparungen an Kultur, zum Erlebnis macht.

Der hauseigene Gästebetreuer des Ranweli scheint im direkten Vergleich auf jeden Fall schlechter Deutsch zu beherrschen und auch Englisch muss eine echte Herausforderung für ihn sein. So sind selbst harmlose Anfragen, die über einen Trip zu einer der bewährten Ausflugsziele als Extraleistung hinaus gehen, stets eine Herausforderung für ihn (und auch für den Anfragenden Gast!). Lass mich nur zwei Beispiele nennen:

Bei einer Reise hatte ich einen Transfer zum Flughafen direkt von Deutschland aus mit gebucht. Laut meiner Reiseagentur und dem Voucher, welchen ich mit zum Gespräch brachte und vorlegte, hätte ich als einzige Person in einem PKW gefahren werden sollen. Nun hatte ich mich aber kurzfristig dazu entschieden meinen Aufenthalt auf Sri Lanka zu verlängern und noch ein wenig als Backpacker über die Insel zu reisen. So ging ich also davon aus, dass es kein Problem sein sollte, mich anstatt zum Flughafen an den Bahnhof von Negombo fahren zu lassen, oder zumindest an den Bahnhof von Waikkala (dem Ort in dem sich das Hotel befindet – Mit dem Tuk-Tuk umgerechnet etwa zehn Minuten und zwei Euro inklusive Trinkgeld). Zur Not hätte ich meinen Transfer, welcher mich rund 50 Euro gekostet hat, auch verfallen lassen und wäre eben auf eigene Kosten mit dem Tuk-Tuk gefahren. Doch naiv wie ich war nahm ich an, dass diese Planänderung ja kein Problem sein dürfte und sich diese für die Reiseagentur ja sogar lohnen würde. Doch weit gefehlt!

Es brauchte etwa eine viertel Stunde Erklärungen gegenüber dem Gästebetreuer und diesem noch einmal etliche Telefonate, bevor er mir etwa weitere dreißig Minuten später mitteilte, dass er es habe möglich machen können. Schließlich musste ich eine Stunde früher auschecken um in einem Bus, welcher noch mindestens fünf weitere Hotels anfuhr, mitzufahren und irgendwo grob in der Nähe des Bahnhofs von Negombo ausgeladen zu werden. Komisch – Als ausgebildeter Hotelfachmann verstehe ich bis heute nicht, weshalb er nicht einfach dem ursprünglich ohnehin nur für mich gebuchten und bezahlten PKW-Fahrer mitteilte, mich einfach an den Bahnhof anstatt an den Flughafen zu fahren…

Einmal ist kein Mal? Denkste!

Als meine Mutter ein Jahr später im selben Hotel mit dem gleichen Gästebetreuer sprach um sich einfach nur noch einmal die Abfahrtszeit für ihren Transfer bestätigen zu lassen (sie hatte überhaupt keinen Änderungs- oder Sonder-Wunsch wie ich dreistes Etwas im Jahr zuvor), teilte er ihr nur knapp mit, dass sie bei ihm überhaupt nicht verzeichnet sei und nach seinem Wissen nicht einmal im Hause Gast sei. Dummerweise hatte meine Mom zu diesem Gespräch ihren Voucher nicht mitgebracht und ich bezweifle ohnehin stark, dass dieser ihn überzeugt hätte. Da er nun aber los müsse und erst in drei Tagen wieder im Hause sei (einen Tag vor dem geplanten Transfer), solle sie doch dann noch einmal mit ihren Unterlagen zu ihm kommen und er schaue dann, was er für sie machen könne…

Da meine Mutter inzwischen nicht mehr ganz so abenteuerlustig ist, wie als junges Mädchen und sich immer so lange Gedanken über einen Plan B und C macht, bis die Dinge wirklich unter Dach und Fach sind, war ihr der restliche Urlaub dadurch vermiest, dass sie sich ständig am Abreisetag früh morgens bei dem Versuch schließlich auf eigene Faust irgendwie zum Flughafen zu kommen, ausgeraubt oder gar ermordet in irgendeiner Seitenstraße zu enden. Natürlich kam es nicht so und der Gästebetreuer des Ranweli gestand drei Tage später seinen Fehler umgehend ein. Doch die letzten Tage ihres Aufenthaltes wurden durch diesen Vorfall getrübt. Obwohl wir beide, mal zusammen, mal getrennt voneinander durchaus zu den wiederkehrenden oder gar zu den Stamm-Gästen des Hotels gezählt werden konnten, haben wir seit dem das Hotel nicht mehr besucht. So macht man es! 1A!

Nun gut. Diese geballte Kompetenz, die sich spätestens seit einem Wechsel des Managements durch die ganze Anlage zieht und nicht durch die bemühte und unbestreitbare Höflichkeit des „kleinen Mitarbeiters“, von der Rezeptionistin bis hin zum Reinigungspersonal, kompensiert werden kann, ist es Anthony natürlich ein Leichtes seine alternativen Angebote bei den Gästen zu platzieren. Es sei ihm auch von Herzen gegönnt.

Zwei Arten von Touristen

Jetzt ist es aber so, dass grade in der Gegend um Negombo herum, für die Einheimischen nur zwei Arten von Touristen zu existieren scheinen: Der übliche Touri, der die üblichen Ausflüge machen möchte oder, grade wenn es sich um einen allein reisenden Mann wie mich bei jenem Aufenthalt handelt, einen Sex-Touristen.

Es scheint mir überflüssig zu erwähnen, dass ich keinen Grund haben würde um die halbe Welt zu Reisen um mir eine Frau für eine Runde zu mieten – komme ich doch aus Frankfurt am Main (Typischer Satz in der Moselstraße: „Hey scheene Mann! Bl… Zwanni, fi… Fuffi!“…). Doch ob dies nun in das Weltbild eines ortsansässigen Menschen passt, der von der Tourismus-Industrie lebt oder nicht, oder nicht – ich komme wegen Land und Leute nach Sri Lanka. Wegen dem einzigartigen Mix aus Buddhismus und Hinduismus. Wegen der Natur und wegen der beeindruckenden Kultur des Landes. Aber die typischen Touristen-Attraktionen kenne ich alle bereits und eine Nutte hat mich noch nie einen Kunden nennen können, weder hier noch dort.

Prostitution

In der psychiatrischen Klinik, in welcher ich aktuell arbeite, habe ich mit den Damen in ihrem akuten Zusammenbruch zu tun und kenne sowohl die psychische Verfassung, in der sie eingeliefert werden, wie auch das Drogenscreening und sämtliche Laborwerte bis hin zu den Infektionen und gynäkologischen Befunden. Das verursacht bei mir zum einen eine Menge Empathie gegenüber diesen „sozialen Dienstleisterinnen“ wie auch eine Gewissheit über die Risiken, die der 0815-Freier auszublenden scheint.

Ich halte die Prostitution absolut für einen sozialen Beruf und ich meine alles was ich sage nicht despektierlich. Doch so lange ich auch noch nur eine gesunde Hand habe, kann ich aus diversen Gründen ausschließen, die Dienstleistungen der Mädels jemals zu benötigen. Erst Recht auf Sri Lanka, wo der medizinische Befund und der psychische Status garantiert noch fataler ausfallen wird.

Lagerkoller

Nun kam es, dass ich aufgrund von Gründen eines Abends einen Lagerkoller im Ranweli hatte und so entschied ich mich das Abendessen dort ausfallen zu lassen und lieber zu Anthony zu gehen um mich von seiner Frau bekochen zu lassen. Da mir dies jedoch noch nicht genug Abstand zwischen mir und der deutschen Hotel-Enklave zu sein schien, sprach ich doch lieber einen der Tuk-Tuk-Fahrer vor Anthonys Bar an ob er frei sei. Erst als ich schon mit einem keuchenden Schnauben der Erleichterung auf der Rückbank zusammen gesunken war, bemerkte ich, dass mich der Fahrer fragend ansah. Ich hatte ihm noch kein Ziel genannt.

„Doesn‘t matter. Just away from here!“, gab ich wahrheitsgemäß an. Es war mir wirklich vollkommen egal wohin die Fahrt gehen würde. Ich wollte einfach nur Raum zwischen mir und dem früher so idyllischen Resort voller einheimischer Einflüsse bringen, welches heute aber aufgrund einer restlosen Verwestlichung ebenso auf Mallorca stehen könnte.

Doch auch die Bitte einfach nur los zu Fahren, ohne ein bestimmtes Ziel anzugeben, scheint das Bild des Singhalesen vom deutschen Touristen zu strapazieren. Schließlich entschied ich mich für die erste Anweisung, die mir in den Sinn kam: „Somewhere to have a King-Coconut!“

Das King-Coconut

Nun muss man wissen, und auch ich war mir darüber bis zu jenem Abend nicht bewusst, dass es in Negombo ein Seafood-Restaurant an einem herrlichen Standabschnitt gibt, welches ebenfalls „King-Coconut“ heißt. Ich wunderte mich zwar, weshalb wir an diversen Straßenständen mit Kokosnüssen vorbei fuhren, aber da ich annahm, der Fahrer habe irgendwo einen Freund der Kokosnussverkäufer sei und zu dem er mich fahren würde, sagte ich nichts. Außerdem spürte ich, wie die Panik-artige Last meines Lagerkollers mit jedem Meter zwischen mir und dem Ranweli nachließ.

Im „King-Coconut“ angekommen begriff ich, wo das Kommunikationsproblem lag. Doch da das Essen dort wirklich köstlich aussah (und sich auch im Nachhinein auch als ebenso erwies!), lud ich meinen Fahrer kurzerhand zum Abendessen ein. Danach setzten wir uns mit zwei Bier an den Strand und unterhielten uns. Ob es hier auch so etwas wie eine Disco mit einheimischer Musik geben würde, wollte ich von ihm wissen.

„Oh, you want to make party?“, wollte er wissen.
Zugegeben, im Nachhinein verstehe ich, dass meine Bestätigung durchaus auch missverständlich gewesen sein konnte. Doch als jungfräulicher Puff-Gänger hatte mein naiver Geist keinerlei zweideutige Gedanken, weshalb ich tatsächlich dachte, wir würden beide von einheimischer Musik sprechen, als ich in freudiger Erwartung „Yes“ antwortete. Böse Falle und ja: doofer, doofer Stefan!

Party-Time!

Eine rasante Tuk-Tuk-Fahrt später standen wir vor einem unscheinbaren Laden und ich fragte mich, weshalb mir nicht schon vor der Tür der unverwechselbare Lärm des Singhalesen-Pop entgegen dröhnte. Wäre ich wohl der erste Gast und würden hierzulande erst die Turntables zum glühen gebracht werden, wenn feierlustige Gäste eintreten? Natürlich nicht! Die Damen im Raum würden wohl alles zum glühen bringen, aber ganz gewiss keine Plattenteller…

„Hey sexy Daddy! Where you from?“, kamen mir direkt drei Mädels entgegen.
Ich gebe durchaus zu, dass ich bis hierher keinen allzu intelligenten Eindruck auf Dich gemacht haben muss, aber ich bin auch nicht geistig behindert. Und so erkannte ich nach einer kleinen Bedenkpause fast sofort, dass es das zweite Mal an diesem Abend ein Missverständnis zwischen mir und meinem Fahrer gegeben haben muss. So sah ich ihn mit einer gewissen Panik in den Augen an während ein Teil der inzwischen 10 bis 20 Mädels an mir zerrte und der andere Teil unter singhalesischem Schimpfens aufeinander los ging. Ich versuchte meinen Standpunkt klar zu machen: „No! You misunderstood me. This is not what I‘m looking for. I really meant Party.“

Verständnis machte sich in seinem Gesicht bemerkbar und peinlich berührt lenkte er ein: „Oh, sorry sir! My mistake. But no problem sir!“
Er verscheuchte das keifende und fauchende Bündel aus streitenden Amüsement-Damen und da diese nicht einmal zu bemerken schienen, dass der scheinbare Kunde um den sie sich prügelten samt Fahrer das Weite suchten, saß ich einige Sekunden schon wieder keuchend auf der Rückbank des davon rasenden Tuk-Tuks.
„Ah, you want party. I know good place. No problem sir!“

Doch auch im nächsten Etablissement schien das Missverständnis offensichtlich noch nicht ausgeräumt. Im Grunde wiederholte sich die Szene von zuvor eins zu eins. Bis auf den Unterschied, dass es nun junge Männer und Transvestiten waren, die sich um mich bzw. mein Geld prügelten…

Ich bin wirklich ein friedfertiger Mensch und im Grunde war mir der Fahrer ja auch irgendwie sympathisch – zumindest war er es noch während des Abendessens und unseren Gesprächen am Strand über die Vergangenheit der Insel und seiner Zeit im Krieg. Doch nun war ich sooo kurz davor, das mir der Geduldsfaden riss und ich zum Tier mutierte. Also zischte ich ihn an: „Listen! I talked about real party! No women, no men. PARTY!“

Er zuckte mit den Schultern: „But children not allowed! That will cost much money… But I know good place. No problem, sir!“

Ein leises „Ping“ war zu hören und wir beide zuckten zusammen. Es war mein Geduldsfaden der riss. Gut, womöglich zuckte er in Wirklichkeit auch nur zusammen, da er den plötzlich auftretenden Wahnsinn in meinen Augen sah, und vielleicht zuckte ich in Wirklichkeit zusammen, weil mich eben dieser Wahnsinn überkam. Wer kann das heute schon noch wissen…

„YOU DISGUSTING *#?&%§!!! I WILL ß#:;+( kill you #§&$% IN A SECOND! EIGTER YOU (/%&$§ OF A #*+&§% WILL BRING ME TO A f%&“/§ PLACE WITH MUSIC OR BACK TO THE &§%$# HOTEL, GOD DAMN IT!“, schrie ich ihn an und war selbst überrascht, wie viele Schimpfworte ich in so wenig Inhalt verpacken konnte.

„Ah, music! That is what you want?“
Merkwürdigerweise hatte sich seine Stimme kein bisschen verändert und glitt im gleichen Singsang die Tonleiter rauf und runter, wie den ganzen Abend schon.
„Ohh…“, stöhnte er seinen Fehler erkennend auf und rieb sich dabei beschämt das Gesicht. „Now I‘m really, really sorry. I was so stupid!“

Er begann mir schon fast ein wenig leid zu tun. Ich hätte mich wirklich nicht so gehen lassen müssen. Schließlich konnte er ja nichts dafür, dass die meisten Touristen, die sich genau so wie ich Depp verhielten, nach genau solch einem Angebot suchten.

Er blickte auf und lächelte versöhnlich. „But please let me apologize! Now I will bring you to place with local music and dancing and I will get you a drink as compensation.“
Ok, dann will ich mal nicht so sein!… Ich stieg wieder ein und versuchte meinen Puls unter 200 bpm zu meditieren.

Final destination

Schließlich kamen wir vor einem Gebäude an, welches tatsächlich nach einer Disco aussah und als ich dann auch noch laute Musik aus dem Inneren vernahm war ich beruhigt. Offensichtlich hatte mein Fahrer schließlich doch noch verstanden, was ich unter „Party machen“ verstand. Doch sicher ahnst Du es bereits: Auch dieser Laden war lediglich ein Puff unter der Tarnung einer Diskothek.

Ja, es gab Musik. Und ebenso gab es auch eine Bar an welcher man tatsächlich etwas zu trinken bekommen konnte. Doch obwohl es bereits zu vorgerückter Stunde war, waren mein Fahrer und ich, neben dem Barkeeper und einiger Zuhälter, die einzig männlichen Gäste. Außer uns waren noch 20 bis 30 Mädels unterschiedlichsten Alters und Körperbaus anwesend. Noch bevor ich mich wehren konnte wurde ich in den VIP-Bereich gezogen und saß, flankiert von zwei durchaus attraktiven Damen, auf einem Sofa.

Mein Fahrer war direkt an die Bar verschwunden um seinen eigenen Tank aufzufüllen und so begann ich mich meinem Schicksal zu ergeben. Ich trank einen Whiskey für umgerechnet 20 Dollar, tanzte ein wenig mit den beiden Damen als einzige Gäste auf der Tanzfläche. Zumindest völlig unverrichteter Dinge würde ich mich nicht geschlagen geben! Ich gab den Mädels auf Wunsch eine Packung Käseecken (diese werden auf Sri Lanka als Snack pur gefuttert) und eine Tafel Schokolade für zusammen weitere 20 Dollar aus und verkrümelte mich bei nächster Gelegenheit durch den Hinterausgang um im Tuk-Tuk zu warten.

Natürlich fiel mein Abgang umgehend auf und so kam der Fahrer mit einer gehörigen Fahne ca. eine viertel Stunde später zurück zum Tuk-Tuk.
„Are you ok?“, wollte er wissen.
Mir war bewusst, dass ich ihn nicht sofort erschlagen konnte. Irgendwie musste ich ja zurück zum Hotel kommen. Und so keuchte ich resigniert einfach nur: „Yes. Just bring me back to the Hotel.“

Fazit

Seit jenem Abend weiß ich, dass auch wenn das sehr westliche Ambiente und Klientel des Hotel Ranweli einem rein gar nichts von Sri Lanka vermittelt, es doch auch keine ernsthafte Alternative rund um Negombo gibt. Zumindest nicht für einen weißen Touristen der anscheinend nur nach einem auf der Suche sein kann.

Mein Image eines Sex-Touristen sollte mit dieser Odyssee im Ressort noch nicht beendet sein und fand schließlich ein eben so amüsantes Ende. Davon berichte ich Dir aber ein anderes Mal…

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