Das Rezept für einen „magischen Morgen“

Das Rezept für einen magischen Morgen

Heute möchte ich Dir ein Konzept vorstellen, welches ein echter Game-Changer ist, aber grade für Morgenmuffel zuerst nach einer echten Tortur klingen mag. Es handelt sich um den so genannten „5 a.m. Club“ oder den „Miracle Morning“ wie ihn Hal Elrod in seinem gleichnamigen Buch skizziert.

Der primäre Gedanke dabei ist, dass Du in Zukunft bereits um fünf Uhr morgens aufstehst. Klingt das fürchterlich? Ich gebe gerne zu, dass ich solche Uhrzeiten eigentlich überhaupt nicht mag, und alleine durch dieses Konzept anfänglich ein wenig abgeschreckt war. Doch schnell habe ich festgestellt, dass es einen großen Unterschied macht, ob ich zu solch früher Stunde aufstehen muss weil ich zum Dienst muss, oder ob ich es mache um etwas Zeit für mich und meine persönlichen Ziele zu haben.

 

Das Aufstehen

Nachdem mich der Wecker geweckt hat, stelle ich mein Handy direkt (!) aus oder in den Flug-Modus um nicht von irgendetwas abgelenkt zu werden.

Zum Thema „Wecker“ habe ich mir übrigens das Motto „Don‘t use Snooze!“ angewöhnt und stehe (fast immer) sofort beim ersten Klingeln auf. Denn aus einmal „Nur noch fünf Minuten“ wird sonst ganz schnell eine ganze Stunde und die ist noch nicht einmal wirklich erholsam, weil man alle fünf Minuten wieder aus dem Schlaf gerissen wird.

Nach dem Aufstehen trinke ich direkt einen halben Liter Wasser, da das, was wir häufig als Müdigkeit nach dem Erwachen wahrnehmen, tatsächlich nur ein unausgeglichener Flüssigkeitshaushalt ist. Probiere es einfach mal aus und Du wirst sicher feststellen, dass der Kaffee am Morgen überflüssig wird.

Nun beginnt die von Hal Elrod vorgeschlagene Morgenroutine, für die er das Akronym „SAVERS“ empfiehlt.

 

Silence – Stille

Grade das kann zugegebenermaßen früh morgens tückisch sein. Wir beginnen unseren „Miracle Morning“ also mit Ruhe und Meditation. Dabei nicht wieder einzuschlafen kann zu Beginn durchaus eine Herausforderung sein. Deshalb kannst Du Dir einen Timer stellen, der Dir nach fünf bis zehn Minuten ein Signal gibt.

Setze Dich aufrecht hin und lass die Arme einfach locker neben dem Körper herabhängen. Ebenso gut kannst Du Dich auch einfach auf den Fußboden legen, allerdings ist hier die Gefahr natürlich besonders hoch, wieder einzuschlafen… Lass Deine Gedanken einfach frei umher ziehen oder versuche sie zur Ruhe zu bringen. Genieße einfach die Stille – innen wie außen!

Unsere moderne Gesellschaft ist so laut und hektisch geworden, dass wir selten bis nie Zeit und Gelegenheit haben, einmal in uns zu gehen und zu schauen, was da eigentlich so abgeht. Dabei formuliert es Matthew Kelly so treffend: „In einer Stunde Stille lernen wir mehr, als in einem Jahr aus Büchern“.

Wenn Meditation nicht so Dein Ding sein sollte, dann kannst Du in dieser Zeit auch Atemübungen machen. In meinem eBook „Das Atmen“ gebe ich konkrete Anleitungen zu 24 verschiedenen Atemübungen.

 

Affirmations – Affirmationen

Nach fünf bis zehn Minuten kommen wir zum zweiten Punkt, dem A in SAVERS. Das steht für „Affirmations“. Mohamed Ali beschrieb es so: „Die ständige Wiederholung von Affirmationen führt zum Glauben. Ist aus dem Glauben eine tiefe Überzeugung geworden, dann geschehen Dinge.“

Doch was sind Affirmationen überhaupt? – Affirmationen sind Glaubenssätze, die Du Dir aneignen möchtest. Beispielsweise „Ich bin wertvoll“, „Ich bin erfolgreich“, „Ich bin dankbar“, „Ich helfe und unterstütze meine Mitmenschen“ oder „Ich schaffe es!“

Nimm Dir am Besten direkt nach dem Lesen dieses Artikels mal eine Viertelstunde Zeit, um Deine persönlichen Affirmationen zu formulieren! Welche Glaubenssätze möchtest Du bei Dir „installieren“? Wer willst Du sein und wovon musst Du dafür überzeugt sein? Was willst Du wirklich? Was ist Dein „Warum“? Was sind Deine Visionen und Ziele? Was musst Du dafür konkret tun? Was inspiriert Dich? Welchen Sinn gibst Du Deinem Leben?

Es ist ein Muster, welches sich bei so gut wie jedem erfolgreichen Menschen finden lässt, dass sie mit Affirmationen arbeiten. Man könnte es als „selbst auferlegte Gehirnwäsche“ bezeichnen und es mag Dir anfänglich ein wenig komisch oder gar lächerlich vorkommen, ganz alleine in einem Raum zu sein und immer wieder „Mein Beitrag in dieser Welt ist wertvoll und wichtig!“ zu sagen. Doch in erster Linie geht es darum, sich ein Idealbild zu schaffen und sich immer wieder an dieses Ziel zu erinnern. Und: es funktioniert tatsächlich.

Sprich Deine Affirmationen also laut aus und lege dabei all Deine Überzeugung hinein! Du solltest sie nicht wie ein Mantra herunter beten, sondern Du musst Dir schon selber glauben was Du da sagst. Auch kannst Du hier mit Ankern arbeiten und beispielsweise bei jeder kraftvollen Wiederholung die Faust ballen. Ältere Semester kennen sicher noch die berühmte „Becker-Faust“ die Boris Becker immer wieder auf dem Platz machte… Das Thema „Anker-Arbeit“ ist ein ganz eigenes Thema und es würde an dieser Stelle zu weit führen, dieses Konzept hier näher auszuführen. Sollte Dich dieses Thema näher interessieren, so kann ich Dir das Buch „Professionell Ankern“ von Gerd Castan empfehlen.
 

Visualizations – Visualisierungen

Nachdem Du also weitere fünf bis zehn Minuten mit Deinen Affirmationen gearbeitet hast, kommen wir zum V in SAVERS. Dabei geht es um Deine Visualisierungen, also um ganz konkrete Bilder von der Zukunft, die Du Dir wünschst.

Visualisierungen kannst Du vor Deinem inneren Auge durchführen oder Du kannst Dir auch eine Collage mit entsprechenden Bildern erstellen – so genannte „Visions-Tafeln“ oder „Vision-Boards“. Diese Visualisierungen sollten klar definierte Bilder sein, die Du mit so vielen Details wie möglich ausstattest. Sieh diese Bilder aus der ersten Person, also durch Deine eigenen Augen. Im NLP nennen wir diese Position „assoziiert“.

Male Dir also weitere fünf bis zehn Minuten ganz plastisch aus, was Du sehen wirst wenn Du Dich im Ziel befindest! Was kannst Du sehen? Wer ist bei Dir? Was hörst Du? Was kannst Du spüren und wie fühlst Du Dich in dieser Situation? Vielleicht gibt es ja auch einen bestimmten Geruch oder einen Geschmack…?

Male Dir Deine Vision so deutlich aus, wie es Dir nur möglich ist! Erlebe mit allen Sinnen wie es sein wird, wenn Du den neuen Brunnen in einem afrikanischen Dorf in Betrieb nimmst (nur ein Beispiel)! Oder, weil materialistische Ziele natürlich ebenso in Ordnung sind: Sieh, höre und fühle wie es sein wird, wenn Du mit Deinem Traumauto die erste Fahrt machst!

Setze Dir an dieser Stelle bitte keine Grenzen! Ganz egal wie unwahrscheinlich oder gar unmöglich Dir ein Ziel im Moment noch erscheinen mag, zensiere Dich an dieser Stelle auf keinen Fall selbst! Wenn dies ein Traum von Dir sein sollte, dann visualisiere, wie Du auf dem Mars spazieren gehst! Verbiete der inneren Stimme das Wort, die womöglich einwerfen könnte, dass „so eine verrückte Idee wohl niemals wahr werden wird“! Henry Ford sagte einmal: „Ob Sie glauben, dass sie es können, oder ob sie glauben, dass sie es nicht können – in jedem Fall haben Sie recht.“

Ganz egal was Du Dir für Deine Zukunft wünschst, erlebe es bei Deinen Visualisierungs-Übungen mit allen Sinnen und so, als sei es jetzt auch schon in der Außenwelt real. Denn wahr ist es bereits in dem Moment, da Du es denkst. Es befindet sich nur eben noch auf einer anderen Stufe des Daseins.

Materie ist nichts weiter als geronnene oder kondensierte Energie. Auch das mag nach esoterischen Plattitüden klingen, doch befasse Dich einfach einmal mit der Frage, woraus Atome bestehen! Richtig: Aus Energie, die sich an einem Punkt verdichtet hat und so das bildet, was wir „Materie“ nennen. Doch letzten Endes ist Materie auch nur Energie und Deine Gedanken sind Energie. Konzentriere Deine Gedankenkraft mit Deinen Affirmationen also auf einen bestimmten Punkt und auch wenn es nicht wie bei Harry Potter sein wird, aber so schaffst Du Materie wo zuvor keine war.

Wenn Du es aber gerne etwas handfester und empirischer möchtest, so geht es auch bei dem V für Visualisierungen darum, Dir jeden Tag die eigenen Ziele vor Augen zu führen und Dich zu motivieren…

 

Exercise – Körperliche Übungen

Als nächstes kommt das E für „Exercise“ an die Reihe und hier kannst Du das machen, was zu Dir passt. Kampfsportler könnten ihre Form machen, Jogger könnten Laufen gehen oder Yoga-Freunde könnten die Matte ausrollen und loslegen. Auch klassische Gymnastikübungen sind möglich. Die Hauptsache ist: Bewege Dich für mindestens zwanzig bis dreißig Minuten!

Natürlich kannst Du auch ins Fitnessstudio gehen, doch nur wenige Studios haben schon so früh auf und bei einer längeren Anfahrt müsstest Du dafür Deine Morgenroutine unterbrechen, wovon ich abrate. Mach lieber etwas, was Du unabhängig von der Uhrzeit und in unmittelbarer Nähe machen kannst.

 

Reading – Lesen

Damit kommen wir zum vorletzten Punkt von SAVERS: dem R für „Reading“. Nimm Dir mindestens weitere zwanzig bis dreißig Minuten Zeit, um ein gutes Buch zu lesen!

Prinzipiell ist es erst einmal egal was Du liest, doch um dem Sinn und Zweck der Morgenroutine dienlich zu sein, sollte es sich um ein Fachbuch, eine inspirierende Biographie oder tiefgründige Romane wie z.B. „Der Alchemist“ o.ä. sein. Auch wenn ich Dir diesbezüglich keine Vorschriften machen möchte, aber einen reinen Unterhaltungs-Roman oder gar etwas mit negativem Inhalt wie Mord und Totschlag, halte ich für die Morgenroutine für eher ungeeignet.

 

Scribing – Schreiben

Und schließlich kommt der letzte Punkt, das zweite S in SAVERS. Dieses S steht für „Scribing“ und bedeutet, dass Du Dir ein paar Minuten Zeit für Dein persönliches Journal nimmst. Es gibt auch fertige Journale wie „Das 5-Minuten-Tagebuch“ oder mein „Ultimatives Erfolgsjournal“. Doch ebenso tut es auch ein blanko Notizbuch, in dem Du Dir zum Abschluss Deiner Morgenroutine stichpunktartig Notizen zu den Folgenden Fragen machst:

– Was sind die wichtigsten Aufgaben für diesen Tag?
– Wofür bist Du heute besonders dankbar?
– Welche Einsichten und Lektionen sollen heute Deinen Tag bestimmen?
– Was kannst Du heute – quasi als Extra-Meile – machen, um Deiner großen Vision einen Schritt näher zu kommen?
– Was müsste heute passieren und erledigt werden, damit Du heute Abend sagen kannst: „Dies war ein perfekter und rundum erfolgreicher Tag!“ ?

Diese Notizen sollen Dir zum Einen Klarheit darüber geben, wohin die heutige Reise gehen soll. Denn wer nicht weiß wo er hin möchte, der darf sich auch nicht wundern, wenn er wo völlig anderes ankommt. Zum Anderen soll dieses Journal Dir aber auch die Möglichkeit geben, auf zurückliegende Erfolge stolz zu sein und Dir grade in kraftlosen Phasen oder bei Selbstzweifeln zeigen, was Du schon alles geschafft hast.

Erst jetzt schalte ich mein Handy wieder an oder stelle es auf Empfang.

 

Und was bringt das alles?

Ich könnte jetzt einfach schreiben: Probiere es aus und lass Dich überraschen! Aber ganz so einfach will ich es mir dann doch nicht machen…

Zu Beginn ist es ein wenig schwierig, diese Morgenroutine auch konsequent an jedem Tag durchzuführen. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich einen Monat lang selber in den Hintern zu treten und auch an solchen Tagen, an denen man lieber ausschlafen möchte, konsequent aufzustehen. Das erreicht man durch eine Art Selbstverpflichtung und bereits am Abend den unbedingten Vorsatz beim ersten Klingeln des Weckers aufzustehen. Ich habe es persönlich als hilfreich erachtet, in diesem ersten Monat selbst am Wochenende meine Morgenroutine durchzuführen.

Nach einem Monat hast Du so eine Gewohnheit daraus entwickelt und kannst ab jetzt das Wochenende ruhig auch von der Morgenroutine „frei nehmen“. Natürlich macht diese Routine auch Sonntags Sinn, aber das Ganze soll ja auch noch Spaß machen.

Und damit sind wir beim Thema. Denn genau das macht die Morgenroutine: Spaß! Durch den „Miracle Morning“ hast Du einen derart geilen Start in den Tag, dass er einfach nur wundervoll werden kann. Du weißt, dass Du bereits vor dem Frühstück fleißig warst und an Deinen persönlichen Zielen und Visionen gearbeitet hast. Und dies gibt Dir ein Gefühl der Zufriedenheit mit in den Tag, welches Dein Leben unglaublich bereichern wird.

Schließlich sollte man auch nicht unterschätzen, welchen Unterschied diese Zeit am Morgen macht, die andere mit Schlafen „verschwenden“. Es ist zwar jeden Tag nur ein kleiner Schritt, den Du Deinen Träumen und Zielen näher kommst, aber mit der Zeit läppert sich das. Wenn Du nach einiger Zeit einmal zurück blickst, dann wirst Du feststellen, wie viel näher Du Deinen Zielen gekommen bist.

 

Fazit

Auch wenn der „Miracle Morning“ oder der „5 a.m. Club“ zunächst unangenehm und aufwendig erscheinen mag, so lasse Dich einfach einmal darauf ein! Probiere es erst einmal nur für einen Monat aus und ich bin mir ziemlich Sicher, dass Du die unglaublich riesige Wirkung erkennen und weiter machen wirst.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß, viel Erfolg und jeden Tag einen magischen Morgen!

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