10 Dinge die ich gerne vor meiner ersten Sri Lanka Reise gewusst hätte

Immer wieder wird der Ruf nach Insider-Tipps laut und diesem möchte ich auf diesem Wege ein wenig gerecht werden. Zwar möchte ich, zumindest dieses Mal, keine Insights zu Touristen-Attraktionen oder ganz besonderen Restaurants und Bars zum Besten geben – stattdessen soll es um zehn Erkenntnisse gehen, die ich bei meinen inzwischen recht vielen Aufenthalten hier gewonnen habe.

Ich habe mit der Zeit viele Gesichter Sri Lankas kennen gelernt und glaube mir: das wunderschöne Gesicht der Urlaubsdestination Sri Lanka ist nicht das einzige. Es gibt grade für Residents, Expats und Auswanderer noch so einiges mehr zu entdecken, wobei auch die ein oder andere unliebsame Erfahrung dabei ist. Doch jede Erfahrung macht schlau und so möchte ich Dich heute ein wenig an meinen Erkenntnissen Teil haben lassen.

Welche Learnings habe ich in den letzten Jahren gemacht und welche zehn Tipps würde ich meinem Vergangenheits-Ich gerne durch ein Wurmloch vor die erste Reise schicken? Was sollte der jüngere Stefan wissen, um den ein oder anderen Fehler erst gar nicht zu machen?

Was sind meine 10 Dinge die ich gerne vor meiner ersten Sri Lanka Reise gewusst hätte?

Hier kommen sie:

1. Hol Dir eine SIM am Flughafen!

Ganz egal ob Du erreichbar sein möchtest, ob Du mobil ins Internet gehen musst oder ob Du Punkt zwei beherzigen willst: Auf jeden Fall macht es Sinn, zumindest die günstigste Karte mit dem geringsten Daten-Volumen zu holen. Diese sind bereits ab sechs Euro mit allem Drum und Dran zu haben, und jeder wichtige Anbieter der Insel ist in der Ankunftshalle des Flughafens vertreten.

Ich halte eine lokale SIM für eine der besten Anschaffungen, denn die Roaming-Gebühren von Sri Lanka aus sind atemberaubend… und zwar atemberaubend hoch. Doch viel mehr noch ist diese Anschaffung ein absolutes MUST für alle Backpacker, denn die wichtigste App hierzulande ist jene welche, die ich Dir sofort vorstellen werde. Und diese funktioniert nur mit einer lokalen Telefonnummer.

2. Nutze PickMe!

Es gibt viele Arten sich auf Sri Lanka fortzubewegen. Du kannst mit Bus und Bahn fahren, es gibt Taxi-Services, die Dir einen Paketpreis für einen Ausflug anbieten und Du kannst einfach eines der vielen Millionen Tuk-Tuks herbeiwinken. Letzteres wird kaum nötig sein, wirst Du doch eher ein Problem haben, Dir die Fahrer vom Leibe zu halten, wenn Du einmal kein Tuk-Tuk benötigst.

Doch die sicherste, günstigste und zuverlässige Art grade innerhalb der Städte Deine Fahrten zu organisieren ist „PickMe“. Dies ist ein lokaler Mitbewerber von Uber und prinzipiell funktioniert das ganze auch so. Du lädst Dir die App runter, richtest Dein Profil einmal ein (dazu wird eine lokale Mobilnummer benötigt, deshalb beherzige alleine deswegen schon Punkt 1!) und von nun an kannst Du Startpunkt, Ziel und die gewünschte Art des Transportmittels angeben. Schon geht es los.

Neben der Tatsache, dass Du Dir sicher sein kannst auch den tatsächlichen Preis zu zahlen, legt PickMe großen Wert darauf, dass die Fahrer das Unternehmen anständig repräsentieren. Du wirst nach Abschluss der Fahrt aufgefordert, diese und den ausführenden Fahrer zu bewerten und sollte es Grund zur Klage geben, so wird PickMe der Sache auf den Grund gehen. Alleine diese Tatsache ist Grund genug, dass kein Fahrer zudringlich, ausfallend oder halsabschneiderisch ist.

Deshalb sei Dir dieser Punkt innerhalb der großen Städte ganz besonders ans Herz gelegt: Nutze zur Fortbewegung stets PickMe!

So sieht das Logo aus, welches Du im AppStore und auch auf den entsprechenden Fahrzeugen findest:

3. Sag Deiner Bank Bescheid!

Ich hatte seinerzeit nicht darüber nachgedacht, dass es meiner Bank womöglich spanisch vorkommen könnte, dass zuerst Geld in Dubai und dann auf Sri Lanka abgehoben wurde. So sperrte sie kurzerhand all meine Konten und ließ sämtliche Karten einziehen. Dies war mit einem ganzen Füllhorn an Unannehmlichkeiten verbunden und ich konnte noch von Glück sprechen, dass ich zum damaligen Zeitpunkt an keinen Festen Zeitplan gebunden war, wie ihm viele Touristen bei einer Rundreise unterliegen.

Um zu verhindern, dass Dir ähnliches passiert – und glaube mir, das möchtest Du wirklich nicht! Ist hier doch ALLES und IMMER ein wenig komplizierter… – solltest Du vor Abreise einfach einmal kurz bei Deiner Bank vorbeischauen oder die Hotline anrufen, um dort mitzuteilen, dass und wie lange Du Dich auf Sri Lanka befindest.

4. Du brauchst keinen Adapter!

Ebenfalls eine häufig gestellte Frage ist die nach dem Adapter.

„Benötige ich für die Steckdose auf Sri Lanka einen Adapter?“

Auch ich bin das erste Mal mit einem solchen angereist. Doch bereits beim ersten Stopp schaute ich nicht schlecht, als Wiederkehrer einen Stift in das einsame, einzelne Loch der Steckdose steckten und danach ihr Gerät ganz normal einstöpselten. Das zusätzliche Loch ist hierzulande die Erdung und ebenso die Entriegelung für die beiden gewohnten Löcher. Nimmst Du nun einen Kuli oder Bleistift und führst diesen in das dritte Loch, so ist ein Adapter vollkommen überflüssig.

5. Aber Du brauchst eine Powerbank!

Ein externer Akku ist hingegen fast schon Pflicht. Zum einen werden Handy und Co auf einer Reise stärker benutzt als daheim und müssen folglich häufiger am Tag geladen werden, zum Anderen kommt es hier häufig zu Stromausfällen, was Letzteres manchmal schwierig macht. Außerdem liegt hier an der Steckdose eine deutlich niedrigere Spannung an und so kann es auch ohne nächtlichen Blackout dazu kommen, dass Dein Handy zwar die ganze Nacht angeschlossen wurde, und trotzdem nicht richtig geladen ist. Und schließlich gibt es pro Raum nicht selten nur eine einzige Steckdose, was das Aufladen aller Geräte so gut wie unmöglich macht.

Abhilfe schafft hier eine Powerbank. Dabei handelt es sich um eine externe Batterie, mit der auch unterwegs das Handy und andere Geräte wie den Fotoapparat geladen werden kann. Eine Powerbank ist somit der ideale Reisebegleiter.

Persönlich nutze ich dieses Modell und neben der hohen Zuverlässigkeit und Ladekapazität (ich kann mein Galaxy Note Edge 5 mal komplett damit laden), sticht für mich grade auf Sri Lanka mit seinen häufigen Stromausfällen, die eingebaute LED-Taschenlampe heraus.

6. Verlasse Dich nicht auf Kreditkarten!

Zwar werden Kreditkarten hier immer häufiger akzeptiert und in der Theorie stellt es zumindest in den Städten kaum noch ein Problem da, bargeldlos zu überleben. In der Praxis ist das allerdings schon eine ganz andere Sache. Häufig können Terminals keine Verbindung zur Bank herstellen, sind generell defekt oder irgendein anderes Problem steht zwischen Dir und einem problemlosen Einkauf mit Deiner Kreditkarte. Auf Bargeld ist deutlich mehr Verlass und so solltest Du stets welches dabei haben.

In diesem Artikel berichte ich mehr über Besonderheiten von Kreditkarten und Geldautomaten auf Sri Lanka und in diesem Artikel geht es um Geld auf Sri Lanka…

7. Sei vorsichtig beim Wasser!

Auch dieser Hinweis kann von Region zu Region von unterschiedlicher Gültigkeit sein. Doch da Dir niemand sagen wird wenn die Qualität des Wassers sehr zur Vorsicht gebietet, solltest Du generell kein Leitungswasser Trinken. Um Dir einen Tee zu machen solltest Du das Wasser vorher ein paar Sekunden richtig kochen lassen, dann besteht keine Gefahr. Ganz besonders vorsichtig solltest Du mit Eiswürfeln sein, die nicht grade in einem guten Hotel oder Restaurant gereicht werden. Trinken solltest Du ausschließlich abgefülltes Wasser, welches hier für einen Spottpreis überall zu bekommen ist.

Auf einer meiner Reisen habe ich diese Hinweise nicht beachtet und bin daraufhin fürchterlich krank geworden. Jeder, der sich schon einmal an unsauberem Wasser den Magen verdorben hat, der weiß wie sehr einem dies die Urlaubsstimmung vermiesen kann…

8. 100 Km hier sind nicht 100 Km in Deutschland!

Dieser Punkt betrifft Deine Reiseplanung. Wenn Du eine Route ausarbeitest solltest Du bedenken, dass, obwohl Sri Lanka in etwa die Größe von Bayern hat, hier die Entfernungen doch ganz anders zu behandeln sind. Schlechte Straßenverhältnisse, Staus und – abgesehen von einigen wichtigen Knotenpunkten – das fehlen von Autobahnen, sind der Grund dafür, weshalb man hier in einer Stunde keine 100 Km fahren kann, sondern manchmal sogar nur sieben bis zehn. Schneller geht es mit der Bahn. Doch auch diese ist deutlich langsamer unterwegs, als bei uns in Deutschland. Sri Lanka ist nun einmal insgesamt ein wenig entschleunigt und Du solltest Dir Zeit nehmen um Dich auch auf die Reise an sich einzulassen!

Den Fahrplan für die Züge auf Sri Lanka findest Du übrigens hier…

9. Lerne wenigstens ein paar Brocken Sinhala!

Du wirst nicht nur sofort anders angeschaut und die Menschen begegnen Dir gleich viel freundschaftlicher – nein, die Sprache einer Nation ist auch ein direkter Zugang zum Denken und zum Weltbild der Menschen. Friedrich Schiller sagte: „Die Sprache ist der Spiegel einer Nation.“

Deshalb ist es sinnvoll, sich vor Abreise zumindest die grundlegendsten Worte drauf zu schaffen. Natürlich ist das kein Muss. Im Großen und Ganzen kommst Du auch mit Englisch klar (wie gesagt: im Großen und Ganzen!), doch ich habe festgestellt, dass das Beherrschen einiger Fetzen Sinhala der Schlüssel zum Herzen vieler Einheimischer ist. Hier habe ich Dir die wichtigsten Worte und Wndungen aufgeführt:

Begrüßung: Āyubōvan! („Ajubowan“)

Schön, Sie kennen zu lernen: Oba hamuvīma satutak („Oba hamuvima satudak“)

Vielen Dank: Bohoma stūtiyi („Bohoma stuuti“)

Es tut mir leid: Mata kanagātuyi („Mata kanagatui“)

Ich komme aus Deutschland: Ma paeminiyē Jarmaniya („Ma pimminiä Schermannia“)

Mein Name ist…: Magē nama… („Mage name…“)

Wie viel kostet das: Eya kīyada („Eja kiede“)

Ja: ov („Ou“)

Nein: Naeta („Nähä“)

Verabschiedung: Gihin ennam („Gihin enamm“)

Mehr Sinhala kannst Du hervorragend hier lernen…

10. Bleib immer locker!

Diesen Tipp hätte ich gerne als aller ersten gehabt, denn mit Druck und Hektik kommst Du hier keinen Deut weiter. Auf Sri Lanka wird nun einmal alles nicht so eng gesehen und Regeln wie Absprachen sind lediglich grobe Richtwerte. Fahre also nicht gleich aus der Haut, wenn sich Dein Fahrer morgens verspätet, Dein Guide kurzerhand eigenständig das Programm anpasst oder der Kellner etwas länger mit dem servieren der Getränke braucht. Versuche den unverbindlichen und spielerischen Rhythmus von Sri Lanka aufzunehmen und übe Dich in Geduld!

Selbstverständlich solltest Du Dir nicht alles bieten lassen und melde auch ruhig zurück, wenn Du mit etwas nicht einverstanden bist. Doch bleibe dabei ruhig und locker! Lächle und frage, wie jemand gedenkt, das wieder gut zu machen! Solltest Du auf Stein beißen und den Eindruck haben ganz offensichtlich betrogen zu werden, dann frage in ebenso höflichem Ton, ob der Andere auch der Meinung sei, es wäre nun angebracht die Polizei mit einzubeziehen!

Aber noch einmal: Wenn Du Dich hier aufregst oder herum brüllst, wirst Du auf Sri Lanka überhaupt nichts bewirken können.

Das waren meine 10 Tipps, die ich gerne vor meiner ersten Reise auf Sri Lanka gehabt hätte. Ich hoffe sie können Dir nützlich sein.

Hast Du noch weitere Tipps und Ratschläge, dann lass es uns in den Kommentaren wissen!

Ich wünsche Dir einen schönen Tag.

Love and Peace!

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